Jesus: Der Work-Life-Balance-Ratgeber

November 21, 2011 21:59

Darum sorgt nicht für morgen, denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, dass jeder Tag seine eigene Plage hat.

- Matthäus 6,34

 

Das bedeutet konkret: Ich darf Dinge auch mal liegenlassen. Ich darf Fünfe grade sein lassen. Das ist ja eigentlich so gar nicht meine Art. Ich merke in diesem Praktikum, dass ich ein verdammter Perfektionist bin. Einerseits ist das gut, denn ich bin mir immer mein eigener Maßstab. Das schafft eine gewisse Unabhängigkeit. Wenn der eigene Maßstab aber so hoch ist, wie das eigentlich niemand erwartet, und es auch völlig illusorisch ist, dann wird das problematisch. Meine Maßstäbe machen mich dann kaputt. Ich habe schon seit Wochen Stress- und Erschöpfungssymptome. Und jetzt erst, zwei Wochen vor Ende, schalte ich ein wenig runter.

Man könnte meinen, der Vers oben sei aus dem Kontext gerissen, denn es geht dort ums Sorgen. Nun, auch bei mir geht es darum. Undzwar geht es um die ganz konkrete Sorge, wer die Arbeit erledigt, wenn ich das nicht tue? Und die zweite Sorge:  Meine Leistung genügt nicht. Sobald ich mir selbst nicht genüge, denke ich, dass ich auch anderen nicht genüge.

Eine weitere Sache, die mich momentan beschäftigt, ist die Frage nach dem “Dienen”. Wir sollen allen Menschen dienen. Was bedeutet das konkret am Arbeitsplatz? Ich neige dazu, Jesus Worte immer besonders radikal zu interpretieren. Hier habe ich aber das Gefühl, dass ich das nicht allzu absolut sehen sollte. Dienen bis zum Burnout? Wem ist dann gedient? Hmpf!

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