Pfingstgedanken
Juni 12, 2011 22:20
Sie sind nun mal so. Sie können nicht anders. Immer haben sie etwas mitzuteilen, immer strahlen sie einen mit ihren vor Begeisterung glänzenden Augen an, den nächsten genialen Einwurf im Anschlag oder auch nur einen kessen Spruch im Kopf, der sogleich auch schon auf den Lippen ist. Immer lächeln sie. Stürmisch und impulsiv ist die Leidenschaft ihres Herzens. Die Schnelligkeit ihrer Gedanken ist atemberaubend, oft entwaffnend. Mitreißend, überzeugend und ansteckend ist ihre Art.
Die Extrovertierten. Diese Leute, die bei den Softskills einer jeden Stellenausschreibung die volle Punktzahl kassieren würden: initiativ, redegewandt, kreativ, offen, gut gelaunt. Immer lächelnd.
Entsprechend begehrt sind sie auf dem Arbeitsmarkt und beliebt im Freundeskreis. Sie strahlen Gesundheit und Lebensbejahung aus.
Dabei sind sie nur ein Extrempol einer Persönlichkeitseigenschaft. Das andere Pol ist die Introversion. Der eine Pol wird meistens mit ausschließlich positiven Attributen in Verbindung gebracht, der andere pathologisiert. Und treffen beide Pole aufeinander, dann macht das dem Introvertierten oft schwer zu schaffen.
Sie reden und reden und reden und interpretieren das Schweigen des sprachlosen Gegenübers als Einladung dazu, noch mehr zu reden. Sie fragen, und wenn man nichts zu sagen weiß, dann bohren sie umso mehr. Für den Introvertierten ist das alles sehr schwer. Er empfindet es als taktlos, wenn sie seine heiligen Grenzen der Privatheit und des In-sich-gekehrt-Seins so rabiat durchbrechen.
Begibt sich der Introvertierte zum Beispiel zum Plasmaspenden, so möchte er auch dort so viel Ruhe wie möglich haben. Diese Ruhe wird ihm in der Broschüre des Plasmacenters schwarz auf weiß versprochen. Die werben mit Ruhe! Mit der „Aufwandsentschädigung“ dürfen sie ja nicht werben. Begegnet dem Introvertierten aber eine dort angestellte extravertierte Nudel, dann ist es schnell mit der Ruhe dahin.
Warum müssen sie einem private Dinge erzählen (Freund will sie verlassen etc.), Dinge, die mich weder interessieren noch was angehen. Und warum müssen sie von ihrer Offenheit auf andere schließen und einen mit aufdringlichen Fragen (“Hast du eine Freundin?”) belästigen? Und warum müssen sie so verdammt unhöflich sein, wenn man ihnen mimisch zu verstehen gibt, dass man genervt ist (“Lächelst du eigentlich nie?”). Am liebsten hätte ich dieser sonnen- und hirnverbrannten Tussi eine geknallt. Aber dann hätte sie mich mit der Punktiernadel wahrscheinlich erstochen.
Dass ich in geschildertem Moment nicht lächelte, lag einfach daran, dass ich konzentriert ein Buch las, als sie mich vollzulabern anfing. Trotzdem hatte sie Recht. Ich lächle selten. Wirklich selten. Eigentlich nur dann, wenn ich einen Grund habe. Deswegen kommen von Menschen, die mich nicht so gut kennen, öfter mal Sätze wie “Du siehst so gestresst aus”, “Ist alles in Ordnung?”, “Du guckst so traurig!”.
Guck ich einfach nur so, oder spiegelt das meinen inneren Zustand wider? Und warum zeige ich so wenig Interesse an meinen Mitmenschen?
Wer an Jesus Christus glaubt, dem wird Friede, Freude und Sicherheit gegeben, habe ich irgendwo gelesen.
“Wer bin ich?”, fragte sich Dietrich Bonhoeffer im Juli 1944 im Gefängnis. Als “gelassen und heiter und fest”, als “frei und freundlich und klar” erschien er Wächtern und Mitinsassen. Doch im Innern empfand er sich selbst als “unruhig, sehnsüchtig, krank, wie ein Vogel im Käfig”. Wie gebrochen sein Selbst auch sein mochte, Bonhoeffer wusste sich Gott zugehörig.
Als Christ weiß ich, dass Gott handelt und mich verändert. Innerlich hat er viel getan. Aber warum geschieht äußerlich so wenig? Warum werde ich im Umgang mit Menschen nicht anders? Warum bin ich so unruhig, wenn ich doch Frieden haben sollte? Warum bin ich so freudlos, wenn Gott doch Freude schenkt? Warum fühle ich mich so unsicher, obwohl Gott Sicherheit verspricht?
Heute ist Pfingsten. Der Geburtstag der Gemeinde. Die Gemeinde wurde durch die Ausgießung des Heiligen Geistes ins Leben gerufen. Aus traurigen, ängstlichen und verzagten wurden fröhliche, mutige und feurige Menschen.
2 Korinther 3, 17: Der Herr ist der Geist; wo aber der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit.
Gottes Geist ist der Vorgeschmack auf die Fülle und den Reichtum, der uns in seinem Himmelreich erwartet. Und dieser Vorgeschmack ist fühlbar. Als leises Säuseln überführt uns der Geist Gottes, korrigiert uns, wo wir falsch liegen.
Johannes 16,9: Er wird ihnen zeigen, worin ihre Sünde besteht: darin, dass sie nicht an mich glauben.
Und als wilder Sturm überwältigt er uns und füllt uns ab mit Freude und Stärke. Wie komme ich auf den wilden Sturm? Nun, zum einen wegen der Geschichte der Ausgießung in der Apostelgeschichte, das war wie ein gewaltiger Sturm. Und Johannes 16, 11 zeigt ein weiteres Wirken des Heiligen Geistes auf: Er öffnet die Augen für das Gericht. Nicht für unser Gericht, sondern für die Wahrheit, dass der Fürst dieser Welt bereits gerichtet ist. Seine Macht ist gebrochen. Wir haben den Sieg bereits davongetragen (Römer 8,37). Dieser Sieg ist, was die geistliche Dimension anbetrifft, ein Sturm, ein Hurricane, der die Grundfesten des Himmels und der Erde erschütterte.
Und doch: “Aus einem Introvertierten wird kein Extrovertierter.” Seit Donnerstag denke ich über Introversion/Extraversion nach, und dann haut der Pastor heute Morgen im Gottesdienst, als er über den Heiligen Geist predigt, so einen Satz raus. Aus einem Introvertierten wird kein Extrovertierter. Dieser Satz trifft mich.
Stößt der Heilige Geist DA etwa an seine Grenzen?
Jeder gute Psychotherapeut bekommt das hin. Manipulation ist ja deren Geschäft. Sie überzeugen sogar Homosexuelle, die unter ihrer Neigung leiden (weil sie fühlen, dass sie falsch ist), davon, dass ihre Neigung normal und ganz gesund ist. Menschen können andere einschneidend verändern, indem sie sie auf sich selbst fixieren lassen und ihnen erzählen, sie selbst seien der Mittelpunkt des Seins.
Gott aber polt uns nicht zu anderen Menschen um, um uns mit uns selbst in ein Gleichgewicht zu bringen. Der Geist Gottes, der der Geist der Wahrheit ist, sagt uns die Wahrheit. Und diese Wahrheit ist nicht einfach zu verstehen, sie ist ambivalent und hält das Spannungsverhältnis, das zwischen unserer menschlichen Existenz und Gottes Realität besteht, aufrecht.
Der Heilige Geist als Unterpfand für das Zukünftige lässt uns Gottes Realität schmecken, er lässt uns wissen, dass der Sieg bereits davongetragen ist. Und diesen Sieg dürfen wir auch schon hier auf der Erde erleben. Aber er hält uns gleichzeitig auch die Wahrheit vor Augen, dass unsere Existenz nach wie vor erbärmlich ist, dass wir Sünder sind.
Jakobus 4,8b-10: Wascht die Schuld von euren Händen, ihr Sünder! Reinigt eure Herzen, ihr Unentschlossenen! Klagt über euren Zustand, trauert und weint! Aus eurem Lachen muss Traurigkeit werden, aus eurer Freude Bestürzung und Scham. 10 Beugt euch vor dem Herrn, dann wird er euch erhöhen.
Diese Ambivalenz ist gewollt. Sie ist Gottes Lösung für freie Menschen. Die menschliche Lösung wäre, mit sich selbst ins Reine zu kommen, an sich selbst zu glauben und so zu einer wie auch immer gearteten Übereinstimmung von Wunsch und Wirklichkeit zu gelangen. Um zum Wunsch zu gelangen, müsste man die bisherige Wirklichkeit komplett beiseite schieben und für nichtig erklären.
Das Weltsystem schiebt Gottes Wahrheiten beiseite (denn: “Es gibt keinen Gott!”) und etabliert eigene Wahrheiten. Das kann ich als Christ nicht so einfach machen. Ich weiß zwar, dass das Böse besiegt ist, aber ich kann nicht sagen “Es gibt das Böse nicht!” Nicht einmal Gott kann das. Christus hat die Macht des Bösen gebrochen. Aber Gott kann das Böse und den Bösen nicht einfach für nicht-existent erklären.
Der Mensch löst Probleme und Schwierigkeiten, indem er das Unpassendere zur Seite schiebt. Damit entbindet er sich der Bürde, in den Kampf zweier entgegengesetzter Bedürfnisse/Ansichten etc. zu geraten. Warum tut er das?
Zum einen, weil er schon eine Präferenz hat. Er weiß ganz genau, welcher Seite er den Sieg gönnen würde. Warum den Kampf dann überhaupt stattfinden lassen? Man kann den Sieger auch ohne Kampf bestimmen. Er hat aber natürlich auch Angst, die nicht bevorzugte Seite könnte siegreich sein. Und dann? Das würde den Menschen zerreißen.
Ein Christ geht in diesen Konflikt. Nicht, weil er keine Präferenz hätte und neutral gegenüber dem Ergebnis ist. Er geht in den Kampf, gerade weil er eine Präferenz hat. Das ist das, was er für Gottes Willen hält, für das Richtige. Der Christenmensch weiß aber auch, dass der Sieg im Alltag kein Automatismus ist. Gottes Wille kann geschehen. Aber er kann eben auch nicht geschehen.
Römer 7,15: Denn ich tue nicht, was ich will; sondern was ich hasse, das tue ich.
Das ist die Ambivalenz des Glaubens. Damit muss der Christ leben. Und es zerreißt ihn nicht!
Aus einem Introvertierten wird kein Extrovertierter. Zumindest nicht zwingend aufgrund des Glaubens! Aber Veränderung ist möglich. Immer. Gott will das. Er baut sein Reich mit der Gemeinde, mit vom Heiligen Geist versiegelten Menschen. Mit Menschen also, die er bereits verändert hat. Mit Menschen, die er auch in Zukunft verändern will und wird.
Night is the new day
März 27, 2011 5:37
Tja, soweit ist es schon gekommen: Dank Zeitumstellung ist es inzwischen nach fünf Uhr und ich kann einfach nicht einschlafen. Mein innere Uhr erlaubt es nicht. Da ich in drei Stunden aber eh wieder aufstehen wollte, um in den Gottesdienst zu gehen, muss ich wohl oder übel aufbleiben. Na ja, vielleicht schaffe ich das so, wieder in einen normalen Tagesrhythmus zu kommen. Indem ich einfach einen Schlafzyklus überspringe und dann wieder damit anfange, zu normalen Zeiten schlafen zu gehen? Mal schauen ob das klappt.
Schön, jetzt kann ausgiebig die Zeitung von vorgestern lesen, Nachrichten von gestern schauen, der Hausarbeit den letzten Schliff geben und endlich mal Firefox updaten.
Die Überschrift dieses Eintrags ist übrigens ein Albumtitel der genialen Band Katatonia. Hier zwei guteTitel aus “Night is the new day”.
Wonneproppen
März 4, 2011 3:11
Manchmal ist es echt scheiße, wenn die eigenen Ansprüche hoch sind, man aber merkt, dass man sie nur mit Mühe erfüllen kann. Unser heute verabschiedeter G´ttenberg (pbuh) stolperte ja bekanntlich über die so lautstark bekundeten Ansprüche, weil er sie grandios verfehlte.
Und ich quäle mich hier mit der Hausarbeit, meiner ersten. Jeder Satz muss sitzen! Ich kann mit dem Gefühl, nicht alles im Bereich meiner Möglichkeiten liegende getan zu haben, einfach nicht leben! Aber wofür das alles? Damit ein Dödel meine tolle Argumentation – die es gar nicht gibt, weil ich eigentlich nur rezipiere – benotet? Und mit meiner Sprache kann ich auch nicht blenden, die ist nur Mittelmaß. Shit!
In einem Blockseminar, das ich momentan besuche, bin ich in einer Projektgruppe mit einer Kommilitonin, die Referentin im ASta ist. Am Anfang, als ich hier alles kennenlernte, hatte ich den Eindruck, der Powi-Stuga sei komplett mit Gutmenschen besetzt. Und bei den anderen Einrichtungen hatte ich ein ähnliches Gefühl. So langsam merke ich aber, dass ich mir das vielleicht alles etwas zu schwarz gemalt habe. Dieses Mädchen ist in einer Liste, die eher “sozialdemokratisch” ist, und ich verstehe ihre Anliegen, dennoch habe ich dieses komische Gefühl, als sei etwas nicht in Ordnung.
Als Christ müsste ich doch großes Interesse daran haben, den Schwachen und schlechter Gestellten zu helfen. Oder? Aber der innere Kompass scheint immer wieder von einem politisch-ideologischen Magnetfeld irritiert zu werden.
Wie soll ich da noch zwischen normalen Leuten und schmalzigem Gutmenschen unterscheiden, wenn beide gleiche oder zumindest ähnliche Anliegen vertreten. Wie könnte ich jemanden übelnehmen, dass er sich für mehr Kindergartenplätze einsetzt, damit Studierende mit Kindern entlastet werden? Oder für mehr behindertengerechte Toiletten. Da habe ich sicher nichts gegen.
Aber irgendwo hat die Fixierung auf Minderheiten auch ihre Grenzen. Man kann nicht alle benachteiligten Menschen auf diesem Planeten alimentieren. Was interessieren mich dieser Gender-Scheiß oder die schlecht integrierten südkoreanischen Studenten? Die hauben doch eh wieder in ihr Heimatland ab. Wer (bis auf die Orient-Menschen, die unsere kalten Winter und unseren warmen Sozialstaat lieben) will schon freiwilig in Deutschland leben?
Heute habe ich ein Foto meiner 20 Wochen alten Nichte zugeschickt bekommen. Im Dezember sah das Baby noch so unfertig aus, lag nur da und konnte im Grunde gar nichts. Jetzt aber ist es ein richtiges Baby. Mit dicken (die Muttermilch machts!) roten Bäckchen und einer entwickelten Mimik. Dieses Lächeln vertreibt jede negative Stimmung. Da ich hier natürlich keine privaten Bilder poste, muss es die Musik tun. Die hebt dein trauriges Gemüt, liebe Welt, auch.
coole Mucke und ein schönes Video
Cascada, yeah!
dumme Bitches, dummer Text, aber sehr geiler Beat!
christian contemporary music
Februar 20, 2011 21:45
Ich finde christliche Musik stilistisch nur selten überzeugend. Es hört sich oft so austauschbar an, man hört kaum Innovatives. Bei deutscher christlicher Musik kommt die Sprache erschwerend hinzu. Auf Englisch hört sich das meist sprachlich schon ganz passabel an. Aber auf Spanisch – einfach genial! Wie ist das zu erklären? Mag man Musik umso mehr, je weniger man versteht? Na ja, egal…
Im vergangenen Jahr hatte meine Schwester meinen Mp3-Player in den Urlaub entliehen. Beim Aufräumen bin ich vor ca. drei Wochen über die dort von ihr gespeicherten Lieder gestolpert. Neben vielem deutschen Kram war dort ein spanischsprachiges Album, das sehr schön klingt. Leider wurde gerade diesem Album beim Hochladen wohl automatisch ein falscher Name und Interpret zugeordnet und meine Schwester konnte die CD zuhause auch nicht mehr finden. Meine Ungeduld hätte mich beinahe aufgefressen! Zu meinem Glück fand sie die CD dann doch noch. Die Sängerin heißt Marcela Gandara und hat mit “Mas que un anhelo” ein grandioses Album abgeliefert! Hier das gleichnamige und ein weiteres Lied. Den Views nach zu urteilen ist sie gar nicht mal so unbekannt. Ich muss mich im spanischsprachigen CCM-Bereich definitiv genauer umsehen. Da ist viel Gutes zu entdecken.
Das letzte Video ist von The Listening. Zu denen braucht wirklich nichts sagen. Die Musik sagt alles.
Musik, Musik, Musik
Februar 7, 2011 0:27
Kaum sind die letzten Klausuren geschrieben, schon nimmt es wieder Überhand. Heute saß ich wieder die halbe Nacht vor dem PC, habe Musik gehört, nach guter, ungehörter Musik gesucht, von der es leider (oder zum Glück) viel zu viel gibt. Es gibt Menschen, die sind noch viel tiefer drin, die merken nach Jahren, dass sie wirklich gute Musik nur noch selten finden. Die ganz besondere Musik, die einen elektrisiert, gefangen nimmt und einschließt. Und der man sich gerne hingibt.
Ich lasse mich noch recht schnell von Musik begeistern. Liegt vielleicht auch daran, dass ich selbst völli gunmusikalisch bin. Folgendes hat mich begeistert oder zumindest mein Interesse geweckt:
Max Raabe: Es gibt ein neues Album von ihm, das er zusammen mit Annette Humpe (Ich+Ich) aufgenommen hat. Die erste Single “Küssen kann man nicht alleine” ist schon mal sehr vielversprechend. Sein komplettes letztes Album “Übers Meer” kann man übrigens bei Youtube finden. Wer Interesse an Musik aus den 1920ern hat, sollte sich das unbedingt mal anhören!
Punk: Eigentlich kann ich nicht so viel mit Punk anfangen. Es ist auf die Dauer einfach zu anstrengend. Mindless Self Indulgence kann ich als einzige Band eigentlich ganz gut hören, auch wenn deren Texte moralisch höchst fragwürdig sind ![]()
Comeback Kid höre ich ab und an. Aber beide sind anscheinend kein richtiger Punk. Und die Gruppe, auf die ich kürzlich stieß, sind eher poppiger Punk. Poppiger Punk aber, der richtig gut gefällt! Beim Hören kommt die gute Laune automatisch, man spürt den Sommer und fühlt sich einfach geil. Children 18:3 heißt die Gruppe und ist, worauf ich gestern aufmerksam gemacht wurde, eine christliche Band. Darauf hätte ich auch selbst kommen können, hätte ich mir deren Label angeschaut: Tooth&Nail. Der Bandname bezieht sich auf Mätthäus 18,3. Das Debütalbum gefällt mir deutlich besser als das aktuelle Album, das merklich softer ist. Schade eigentlich.
Caroline Lufkin ist eine japanisch-amerikanische Künstlerin, die Ambient mit elektronischen Einflüssen macht. Beim Hören des Albums “Verdugo Hills” war mir schnell klar, dass ich das mögen, vielleicht sogar lieben werde. Zwei Titel sind direkt eingeschlagen. Wow! Allerdings brauche ich bei solcher Musik immer etwas mehr Zeit. Der Zugang fällt schwerer. Das Album wird jetzt erstmal ein paar Wochen liegengelassen, es muss reifen, und dann versuche ich es wieder.
Marit Larsen ist nun nicht neu für mich, aber ich bin mir nach wie vor nicht sicher. Mir gefallen nur einzelne Lieder, den Rest finde ich eher mittelmäßig. Dabei würde ich gerne alles so lieben wie das Lied “Under the Surface”.
Die überaus hübsche zweite Sängerin am Glockenspiel heißt Hildegunn Garnes Reigstad. Sie ist auch für Percussion zuständig. Zusammen mit ihrer Zwillingsschwester Ingelin Reigstad Norheim sind die beiden “Garness”. Beide wirken auch im Oslo Gospel Choir mit. Einige Lieder sind gar nicht mal so verkehrt!
Music Videos: Kesha, Kataklysm, Sister Sin, Disturbed
September 5, 2010 1:55
Kesha – Take It Off
Kataklysm – Push the Venom
Sister Sin – Sound of the Underground
Disturbed -Another Way to Die (Official Video)
Disturbed – Another Way to Die (2nd Official Video)
20 лет без Цоя. 20 лет без Кино.
August 15, 2010 16:55
Viktor Tsoi (Виктор Цой)
21.06.1962 – 15.08.1990
Meine Sommer-Radio-Hits 2010
Juli 12, 2010 15:45
In den letzten sonnenreichen Wochen habe ich die Nachmittage öfter mal draußen verbracht und beim Sonnenbaden oft Radio gehört. Dabei habe ich einige schöne neue Lieder kennengelernt.
Philipp Poisel – Wie soll ein Mensch
Ein sehr rührendes Lied. Schöööön.
Scouting For Girls - This Ain´t A Love Song
Rooney – I can´t get enough
The Hoosiers – Choices
Sehr lustiges Video.
Katy perry ft. Snoop Dog – California Girls
DER Sommersong! Dieses Lied entspannt ungemein!
Cheryl Cole – 3 Words
Sehenswertes Video mit der schönen Cheryl Cole, die momentan wegen Malaria im Krankenhaus liegt.
Fergie feat. Sergio Mendes – The Look of Love
Coverversion eines legendären Liedes.
Und hier das ursprünglich von Dusty Springfield gesungene Lied, das habe ich aber nicht im Radio gehört:
Und weil´s so schön ist: Dusty Springfield – Son of a Preacher Man
Zeitlos.
Weiter geht´s!
März 4, 2010 22:53
Schwer wiegt es: Das Gefühl, versagt zu haben.
Die letzte Sechs schrieb ich in der siebten Klasse in Französisch. Es war mein erstes und letztes Jahr mit dieser schwulen Sprache. Heute kam wohl die zweite Sechs dazu. Diesmal in Mathematik. Nicht minder schwul.
Analysis und lineare Algebra mit wirtschaftlicher Anwendung. Dazu noch Stochastik. Letzteres werde ich wohl nie verstehen. Die anderen beiden Bereiche kann ich eigentlich ganz gut, hatte in der letzten Klausur eine zwei. Heute ging aber gar nichts. Unser Lehrer sprach gestern noch von einer einfachen Vorbereitungsklausur. Die besten schafften heute ca. 80% zu bearbeiten. Viele haben weniger als 40% bearbeitet. Angenommen, man hätte alles davon richtig, was unwahrscheinlich ist, dann wäre das eine 4 minus.
Ich habe viele Aufgaben gar nicht angefangen, da ich die komplexen Aufgabenstellungen schlicht nicht verstand, und keine einzige Teilaufgabe bis zum Ende gerechnet. Das tut weh!
Mathe als drittes schriftliches Fach zu nehmen, war wohl die schlechteste Entscheidung, die ich in meiner Schullaufbahn getroffen habe.
Vor einigen Monaten las ich einige interessante Gedanken zum Thema Erfolg in der Psychologie Heute. Heute fiel mir das wieder ein. Es passt sehr gut in meine momentane Gefühlslage.
In dem Interview ging es darum, dass Erfolg zu einer sehr relativen Kategorie geworden. Erfolg steht mehr denn je im Vergleich zur Konkurrenz und im Verhältnis zu früheren Erfolgen. Wenn alle eine Zwei schreiben, ist eine Zwei kein Erfolg mehr und wenn ich immer Zweien schreibe, wird es irgendwann auch nicht mehr als Erfolg wahrgenommen werden. Erfolg muss sich steigern, nur so kann er erneuert werden.
Ganz im Gegensatz zum Erfolg ist der Misserfolg aber eine höchst persönliche und individuelle Sache. Unser Verständnis von Erfolg bedingt den ständigen Misserfolg anderer, klammert den Begriff des Misserfolgs aber aus. Es gibt keinen Misserfolg, weil nicht sein kann was nicht sein darf.
Und als Zaubermittel, so der Artikel, wird uns heute in zahllosen Ratgebern, die den riesigen Erfolgsmanagement- und Selbstoptimierungsmarkt überschwemmen, die Motivation verkauft. Motivation ist eine psychische, immer weiter steigerungsfähige Ressource des Erfolgsmenschen und der Mangel an Motivation ist Erklärung für all das, was andere Menschen als Misserfolg definieren.
Die Ursachen für ausbleibenden oder mangelnden Erfolg sind ausschließlich in schlechter Motivation zu suchen. Da ein Mehr an Motivation als immer möglich vorausgesetzt wird, gibt es keine Gründe mehr für das Scheitern. Erfolg ist machbar und wird somit zur Pflicht.
Scheitern und Misserfolg sind nur noch Dinge, die es erfolgreich zu bewältigen gilt. Das Scheitern ist also mittels Motivation nur noch eine weitere Ressource des Erfolgs.
Ich verstehe zwar die Gefahren dieser Gedankenansätze und weiß, dass Erfolg und Leistung heute kaum noch was miteinander zu tun haben. Dennoch finde ich diese Ansätze ganz nützlich und habe sie schon längst verinnerlicht.
Also, was war das heute? Ein Scheitern oder nicht doch eher der erste Schritt in eine neue Phase der Selbstoptimierung?
Meine Reaktion auf die schlechte Laune heute Mittag war: Morgen schwänzt du. Nun, wo die Laune wieder gut ist, glaube ich, ich sollte lieber doch hingehen.
So, gutgelaunt geht es jetzt weiter mit guter Musik von Piper und Stee Downes.

and someday you’ll know
Januar 26, 2010 0:59
Nur noch knapp 90 Tage bis zur ersten Abschlussklausur. Kein Mensch weiß, wo ich im Herbst dieses Jahres sein werde. Ein Haufen an Arbeit liegt vor mir. Abitur zufriedenstellend abschließen, bei den Unis bewerben, Bleibe suchen, umziehen.
Finanzierungsfragen sind noch gänzlich offen. Die Aufnahme eines Studiums ist nach wie vor eine Vermögensfrage. Bafög werde ich wahrscheinlich in voller Höhe bekommen. Aber ob das reicht? Jobben? Grausiger Gedanke!
Und dann erst das Private. Wie wird das mit den sozialen Kontakten? Ich weiß, ich darf nicht denselben Fehler machen, den ich in meiner jetzigen Schule ganz zu Beginn gemacht habe. Bloß nicht zögern, sich einer Gruppe anzuschließen. Stattdessen so schnell wie möglich Bekanntschaften schließen, aufbauen, pflegen.
Wenn ich an die neue Zeit denke, werde ich ziemlich melancholisch und muss automatisch an das Vergangene denken.
Ja, ich freue mich natürlich auch. Aber die Anspannung überwiegt. Die Frage, wieviel von meinem Schicksal und meinem Glück in meinen Händen liegt. Ich bin wahrlich kein tollkühner Mensch. Ich brauche Kontrolle.
Bisher hatte ich feste Bezugspersonen und eine feste Gruppe – die Familie -, die mein emotionales Gleichgewicht in erheblichem Maße reguliert hat. Zumindest kommt es mir so vor. Wenn ich erstmals alleine wohne, fällt das komplett weg. Dann muss ich mich selbst regulieren. Es wird Jahre dauern, bis sich Beziehungen zu den neuen Menschen in meiner neuen Umgebung so weit entwickelt haben, dass ich mich in diesen wirklich wohl fühlen werde, ich einfach ich selbst sein werde. Bei Freundschaften kalkuliere ich so mit zwei Jahren. Aber so richtig heimisch in meiner Umgebung werde ich mich wohl erst mit einer partnerschaftlichen Beziehung fühlen.
Angenommen, ich schiebe dem Bachelor einen Master hinther – was ich ganz sicher zu tun beabsichtige -, dann werde ich erst mit 28 mit dem ganzen Kram fertig sein. Ich vermute, bis dahin wird sich auch nichts ernsthaftes mit einer Frau entwickeln. Eine Vermutung, für die viel spricht. Ich kenne mich. Wie soll ich mich auf etwas einlassen, wenn ich keine Kontrolle habe? Keine finanzielles Fundament in Form eines eigenen Verdienstes? Für mich undenkbar.
Zum ersten Mal in meinem Leben beobachte ich mich bewusst dabei, wie ich mich verändere. Jeden Tag fühle ich mich wie ein neuer, anderer Mensch. Nie habe ich das, was ich bin, so stark infrage gestellt wie heute. Es ist keine Identitätskrise, sondern etwas sehr Schönes. Die konstruktivste Phase meines bisherigen Lebens. Dinge werden völlig neu bewertet. Realistisch, aber zunehmend selbstbewusst.
Nur in Bezug auf das Private bin ich nach wie vor ein Träumer und Idealist. Schwach, ängstlich. Aber voller Hoffnung, weil in dieser Hinsicht einfach nichts vorhanden ist, worauf ich mich bei mir selbst verlassen könnte.
Vienna Teng – Lullaby for a stormy night
